Pride Month bei der SG Neukölln

Warum hing im Juni eine Regenbogenfahne? Pünktlich zum 1. Juni 2021 wurde am mittleren Fahnenmast die Regenbogenfahne gehisst. An dem besagten Tag beginnt der alljährliche Pride Month, der weltweit gefeiert wird. In Deutschland ist eher der Christopher Street Day bekannt, welcher in Berlin im Juli stattfindet.

Die Regenbogenfahne steht für die LGBTQ-Bewegung. Aber was versteckt sich hinter dieser englischen Abkürzung?

L – Lesbian = lesbisch
G – Gay = schwul
B – Bisexual – bisexuell
T – Trans – trans
Q – Queer – queer

Kurzum, diese Community schließ all jene Menschen ein, die nicht heterosexuell und/oder cis-gender sind oder sich auf eine bestimmte Weise mit der queeren Gesellschaft identifizieren. Das Adjektiv cis-gender bezeichnet die Übereinstimmung von Geschlechtsidentität und dem Geschlecht, das einer Person bei der Geburt zugewiesen wurde.

Die Bezeichnungen „Pride Month“ oder „Gay Pride“ sind historisch bedingt bewusst gewählt worden: „Pride“ ist das englische Wort für Stolz und soll uns allen nach außen hin zeigen, dass sich queere Menschen nicht (mehr) dafür schämen sollten, so zu sein, wie sie sind. Der Pride Month steht für Stolz, Toleranz und Selbstbewusstsein – und kämpft damit gegen Kriminalisierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung. Seit 1969 hat sich die Situation dieser Personengruppe enorm verbessert, jedoch hat der Pride Month weiterhin seine Berechtigung. In Deutschland ist Homosexualität heute nicht mehr strafbar, jedoch kam in unserem Land im Jahre 2020 immer noch zu 578 Straftaten, die gegen die sexuelle Orientierung gerichtet waren sowie zu 204 transphoben Straftaten (gegen Geschlecht/sexuelle Identität gerichtet).

Die SG Neukölln ist ein großer Schwimmverein, dessen Mitglieder aus den verschiedensten sozialen Schichten kommen und auch deren Interessen sowie Ausrichtung wild gemischt sind. Kurzum: eine bunte und tolerante Truppe. Uns interessiert nicht, wer mit wem. Uns interessiert nur, dass alle fair und anständig miteinander umgehen.

Mit dem 3. Satz unter § 6 „Grundsätze“ unserer Satzung schützt und respektiert unser Verein auch dieses hohe Gut: „Der Verein wahrt parteipolitische Neutralität. Er räumt den Angehörigen aller Völker und Rassen gleiche Rechte ein und vertritt den Grundsatz religiöser und weltanschaulicher Toleranz.“

Umso bedauerlicher ist es schon, dass jemand aus diesem Verein am 29. oder 30. Juni 2021 die gehisste Regenbogenflagge eigenmächtig eingeholt und nicht bei den verantwortlichen Personen abgegeben hat. Das Mitglied sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob sowas im 21. Jahrhundert noch angebracht ist. Wir fordern diese Person ausdrücklich auf, die Fahne zurück zu geben, welche Eigentum des Vereins ist. Genau gefasst ist dies ein Diebstahl. Es geht uns nicht um den materiellen Wert, sondern um den ideellen und die damit verbundenen gleichen Rechte in unserer Gesellschaft für alle.

Für den Veranstaltungsausschuss und den Verein,
Andreas Born, Holger Kölling & Marc Zimmermann


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