Olympia-Blog No.1: Aus 2020 wird 2021

Um euch einen tieferen Einblick in das Leben als Leistungssportler zu ermöglichen, haben wir uns überlegt einen Blog zu führen, in dem wöchentlich gepostet wird. Wir werden versuchen, die am OSP trainierende Gruppe in dieser schwierigen, aber wichtigen Zeit in Hinblick auf Olympia 2021 zu begleiten und Einblicke auf ihre Trainingsmethoden einzufangen. In der Spitzengruppe, gecoacht von Lasse Frank, trainieren Johanna Roas, Leonie Kullmann, Ole Braunschweig, Andreas Wiesner, Alexander Litke und Ramon Klenz.

Sonntag, der 5. April 2020: Gestern war die letzte Einheit der Saison. Auf Grund der Abstandsregel, welche vorsieht, uns untereinander mit einem Abstand von 1,5m zu bewegen, sind die Trainingsbedingungen im Sportforum ironischerweise hervorragend. Jeder hat eine Bahn für sich, die Sonne scheint durch die großen Fenster auf das Wasser, es funkelt und man freut sich auf das kühle Nass. Eigentlich perfekte Voraussetzungen, die einen die Außenwelt schnell vergessen lassen.

Und eigentlich sollte auch heute der letzte Wettkampftag in Stockholm sein. Normalerweise wären wir diese Woche aus dem Trainingslager von Lanzarote wiedergekommen, wo wir unsere Form ausgeprägt hätten, viele wettkampf-spezifischen Serien geschwommen wären und wir die Vorfreude auf „unser Rennen“ kaum in Grenzen hätten halten können.
Schon auf dem Hinflug in das Trainingslager erhielten wir die Info, dass der Wettkampf in Stockholm, Teil der Wettkampf-Tour in Skandinavien, auf Grund des Corona-Virus abgesagt wurde. Dennoch waren wir überzeugt, dass die Saison ohne weitere Zwischenfälle für uns so stattfinden würde wie geplant, mit dem Ziel bei den Olympischen Spielen diesen Sommer für Deutschland in das Becken zu springen. Im Flugzeug witzelten wir noch, was passieren würde, wenn auch die DM Ende April abgesagt wird. Wie würden wir dann für die Spiele nominiert werden, bei welchen Wettkämpfen könnten wir uns noch qualifizieren? Was wäre, wenn wir länger auf Lanzarote bleiben müssten wegen mangelnden Rückflügen? Eigentlich gar nicht so schlimm, mehr Zeit, um in der Sonne zu trainieren. Ziemlich naive Sportlergedanken… (Ich darf das sagen, ich habe genauso gedacht).

Das war dann wohl doch nicht so. Nach viel hin und her, der Schließung des Kraftraumes in der Sportanlage, in welcher wir trainiert hatten, und letztendlich die Entscheidung der Coaches, unsere große Gruppe von fast 40 Sportlern und Betreuern mit einer Chartermaschine wieder nach Deutschland zu bringen, brachte das Trainingslager zu einem abrupten Ende. Für die Bundeskader-Sportler durfte das Training noch weitergeführt werden. Alle anderen hatten „Ferien“.
Nach zweieinhalb Wochen Training, in welchen alle weiteren DSV-Maßnahmen gecancelt und die Olympischen Spiele auf nächsten Sommer verlegt wurden, die Welt im Klopapier-Wahn ist, wurde jetzt für uns eine frühzeitige Saisonpause festgelegt.


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