Wasserball-Männer der SG Neukölln beenden die Saison auf Platz 5

Am vorletzten Samstag, 21.04.2018 mussten die Männer von SGN-Coach Thomas Schertwitis im zweiten von maximal drei Spielen um Platz 5 antreten. Das Hinspiel in Esslingen endete 16:15 für die Berliner und somit stand die Serie 1:0. Alle drei bisher ausgetragenen Spiele gingen denkbar knapp aus. In der Hauptrunde der Gruppe A gab es zwei Unentschieden. 12:12 in Esslingen, 6:6 in Berlin und das oben erwähnte erste Platzierungsspiel endete 16:15.

Man musste also kein Hellseher sein um zu prognostizieren, dass es ein spannendes Spiel werden würde. Zudem ging es nicht nur um die goldene Ananas sondern vielmehr um das Ticket zum europäischen Wettbewerb, der LEN-Trophy, vergleichbar mit der Europa League im Fußball. Außerdem würde Platz 5 für die Neuköllner die beste Platzierung seit mehr als 10 Jahren und einen versöhnlichen Abschluss darstellen, blieb man doch minimal hinter den selbst gesteckten Zielen zurück.

Für gute Kulisse sollte also gesorgt sein, zumal das Rückspiel in Berlin von einem bunten Aktionstag gegen Homophobie begleitet wurde, um ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt im Wasserball zu setzen. Das Team der SG Neukölln präsentierte sich an diesem Tag in eigens produzierten Regenbogenbadehosen und Wasserballkappen. Für Interessierte gab es Informationsstände und ein begleitendes Rahmenprogramm. Der Aktionstag, zudem alle bei freiem Eintritt eingeladen waren, entstand in Zusammenarbeit mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. (LSVD). Christian Rudolph, Bereichsleiter für Prävention des LSVD, erklärte: „Ich freue mich sehr über die Initiative und das Engagement von der Wasserballabteilung des SG Neukölln und dem Berliner Schwimm-Verband. Für uns ist es wichtig, nicht nur im Fußball aufzuklären und Flagge zu zeigen, sondern überall da wo Sport betrieben wird.“

Die Erwartungen der Zuschauer wurden vollends erfüllt und das Spiel war Werbung für den Wasserballsport. Viele Tore und Emotionen sowie Spannung vom Anfang bis zum Ende. Jede Führung der Neuköllner glichen die Esslinger postwendend aus. Ende des zweiten Viertels führten sie sogar mit 5:6. Doch Tim Donner und David „Goliath“ Rösch sorgten noch im gleichen Spielabschnitt für eine erneute Neuköllner Führung. So ging es bis zum Spielende weiter – die Männer um SGN-Kapitän Andreas Schlotterbeck legten vor, die Esslinger glichen aus, so dass zum Spielende ein leistungsgerechtes 11:11 Unentschieden zu Buche stand. Da es in Platzierungsspielen einen Sieger geben muss, sehen die Regularien ein sofortiges 5m-Werfen vor. Die Esslinger hatten während des Spiels schon reichlich Gelegenheit zum Üben, bekamen sie dort bereits drei Strafwürfe zugesprochen, die allesamt von Routinier Heiko Nossek verwandelt wurden. Aber nun kam die Stunde von Ex-Nationalmannschaftstorwart Tim Höhne. Nervenstark parierte er zwei der Strafwürfe der Gäste. Gleichzeitig zeigten sich die Neuköllner treffsicher. Urgestein Sascha Pacyna, Marek „Molny“ Molnar sowie U18-Nationalspieler Niklas Braatz trafen sicher. Den Schlusspunkt durfte der „Spieler des Tages“ Tim Donner setzen, der sich mit seinem 5. Treffer in diesem Spiel die Auszeichnung sicherte, analog zum Hinspiel in Esslingen.

Für die SGN im Einsatz waren: Tim Höhne, Martin Andruszkiewicz, David Rösch (1), Niklas Braatz (1), Tom Völkel, David Kleine, Marek Molnar (4), Tarek Chiru, Sascha Pacyna (2), Aleksandre Kazakhishvili, Spencer Hamby (2), Tim Donner (5), Jan Zoske

Für zwei der Neuköllner Spieler war es zugleich das letzte Spiel ihrer Karriere. Kapitän Andreas Schlotterbeck und Torwart Tim Höhne hängen ihre Badehosen an den Nagel und widmen sich verstärkt ihren Familien und Berufen. Die Abschiede, der Sieg sowie die Teilnahme am Europa-Pokal wurden anschließend ausgiebig feuchtfröhlich gefeiert. Die Mannschaft wird noch eine Zeit lang weiter trainieren, damit die Sommerpause nicht zu lang wird. Weiter geht es vermutlich erst Anfang Oktober. Dann aber erfahrungsgemäß direkt mit der LEN-Trophy. Warten wir es ab, wohin in Europa es die Jungs verschlagen wird.

Die Mannschaft bedankt sich bei allen Unterstützern und Zuschauern und hofft auf ein baldiges Wiedersehen in der Saison 2018/2019. Das Berliner Sportmagazin SPORTFANAT, der neue Medienpartner der SG Neukölln, hat zu Kamera und Mikrofon gegriffen und einen Bericht mit den besten Spielszenen und Interviews gemacht, der hier abrufbar ist.


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