Wer Interesse hat, vertieft in die Geschichte der SG Neukölln einzutauchen, dem steht das Archiv immer dienstags von 17 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle zur Verfügung.
Der Neuköllner Schwimmsport blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Seit nunmehr über 100 Jahren wird gemeinsames Training im Vereinsrahmen betrieben. Die Geschichte der Schwimm-Gemeinschaft Neukölln e.V. Berlin beginnt im Jahre 1898, nämlich mit der Gründung der “Schwimm-Union Rixdorf”.
Neben des später in “Schwimm-Union Neukölln 1898 e.V.” umbenannten Clubs gehören zwei weitere Neuköllner Schwimmvereine – die “Freien Schwimmer Neukölln e.V.” (gegründet 1904) und der “Schwimm-Club Neukölln e.V.” (gegründet 1949) – fest zur Geschichte der SG Neukölln.
Alle drei Vereine verband die Liebe zum Schwimmsport, der Spaß an der körperlichen Betätigung sowie das geselligen Vereinsleben.

Der Neuköllner Schwimmsport – wie die Allgemeinheit insgesamt – hat in dieser Zeit einschneidende Geschehnisse erfahren: – Politische und moralische Einschränkungen und gesellschaftliche Zwänge, die heute kaum noch vorstellbar sind. – Durch Kriegswirren verursachte Einschränkungen und Ausfälle (wie z.B. die Zerstörung von Sportanlagen). – Der Wiederaufbau nach Ende des 2. Weltkrieges mit wenigen und einfachen Mitteln. – Die Errichtung von eigenen Trainingsstätten und dergleichen mehr.
Dies alles geschah immer unter dem Gesichtspunkt der Sicherstellung des Übungs- und Trainingsbetriebes in den verschiedenen Sportarten. Neben den wassergebundenen Sportarten wurden immer auch Mannschaftsspiele wie Fußball, Faustball oder ähnliches betrieben. Nicht zuletzt ist dies immer der Initiative aller Mitglieder zu verdanken gewesen.
Es gab in jedem Verein Persönlichkeiten, welche sich durch ihren unerschütterlichen Enthusiasmus über Jahre und Jahrzehnte hinweg um den Schwimmsport in Neukölln besonders verdient gemacht haben.

Viele Berliner Wassersportvereine hatten ihr Domizil an den Ufern der Kanäle unserer Stadt. Als das Bundesgesundheitsamt im Jahre 1956 entschied, jeglichen Badebetrieb in den Berliner Kanälen aus seuchenhygienischen Gründen zu untersagen, standen mehr als ein Viertel aller Berliner Schwimmvereinsmitglieder ohne sportliches Domizil da.
Auch die Neuköllner Vereine hatten unter der nun eintretenden Zersplitterung des Vereinsgefüges stark zu leiden. Zusammen mit dem Betriebsverein der Rudower Eternit-Werke konnten sie am 13. Juni 1959 die Eröffnung des Sportbades Britz feiern.
Die Vereine, als Pächter des Geländes, hatten wieder ein schönes “Heim” mit einem Sportbecken (50 × 16⅔ m) und einem Lehrschwimmbecken (14 × 8 m). Das Vereinsleben konnte in dem auf dem gleichen Gelände errichteten hölzernen Vereinsheim wieder wachsen. Im April 1970 ist das Bad an das Fernwärmenetz angeschlossen worden.

Unter dieser Bezeichnung haben die großen drei Neuköllner Schwimmvereine „Freie Schwimmer“, „Schwimm-Club“ und “Schwimm-Union“ sowie die “Berliner Wasserratten” am 21. Oktober 1969 eine Startgemeinschaft gebildet. Alle Vereine waren innerhalb der Startgemeinschaft gleichberechtigt. Sämtliche Aktivitäten, sowohl im sportlichen als auch im außersportlichen Bereich, wurden gemeinsam durchgeführt.
Da die Wettkampfbestimmungen des Deutschen Schwimm-Verbandes in der Sparte Wasserball keine Startgemeinschaften kennen, mussten die Mannschaften unter einem Vereinsnamen starten. Trotzdem hat es auch hier eine Kräftekonzentration gegeben. So spielten die Frauenmannschaften ausschließlich für die SUN, während die Männermannschaften für den SCN und die Jugendmannschaften für den FSN spielten.
1986 schieden die Berliner Wasserratten aus der SG aus. Die Startgemeinschaft war der Vorläufer zur Fusion der drei Vereine 1997.
Am 7. Oktober 1972 wurde das Vereinsheim, und mit ihm auch fast alle Dokumente, ein Raub der Flammen. Nach einigen Provisorien (Baracken) konnte am 9. Oktober 1976 die Grundsteinlegung für das jetzige Vereinsheim und Verwaltungsgebäude gefeiert werden.
Nachdem dann in den 90-er Jahren die durchschnittliche Lebensdauer eines Freibades weit überschritten war, zeichnete sich nach 35 Jahren Betriebsdauer das Ende des Bades ab. Die in immer kürzeren Zeiträumen erforderlichen Reparaturen waren nicht mehr zu finanzieren. So wurden Ende September 1994 die Schwimmbecken stillgelegt.

Mit der Planung eines neuen Sportbades wurde im Januar 1993 begonnen. Mit der symbolischen Grundsteinlegung am 18. September 1994 ist der Neubau des Bades eingeleitet worden. Der erste Spatenstich erfolgte im September 1995. Für die Bauphase war eine Rekordzeit von nur sieben bis acht Monaten vorgesehen. Leider hat sich wegen einer lang anhaltenden Frostperiode eine Verzögerung von rund drei Monaten ergeben, so dass am 18. Juni 1996 das neue Bad eröffnet werden konnte.
Das neue Sportbad Britz beinhaltet ein Sportbecken (50 × 25 m, 2 m tief), ein Lehrschwimmbecken (20 × 12 m; 0,60m – 1,40 tief) und ein Babybecken (7 m Durchmesser). Es wurde ein neues Maschinenhaus für die technischen Anlagen gebaut sowie umgebaute und modernisierte Sanitäranlagen geschaffen.
Nutzer der Anlagen sind vor allem die Vereinsmitglieder. Dazu wird die Anlage genutzt für Schulschwimmunterricht, von Kindertagesstätten, für Dienstschwimmen (z.B. Polizei und Feuerwehr), Betriebssportgruppen und Gesundheitssport.

Durch den Zusammenschluss am 13. Februar 1997 per 1. Januar 1997 zwischen der “Schwimm-Union Neukölln 1898 e.V.”, der “Freie Schwimmer Neukölln e.V.” (gegründet 1904) und dem “Schwimm Club Neukölln” (gegründet 1949) zur “Schwimm-Gemeinschaft Neukölln e.V. Berlin” entstand kein neuer Verein im eigentlichen Sinne. Es wurde lediglich unter einem Dach zusammengefasst, was schon über Jahrzehnte Bestand hatte und allen drei Gründungsvereinen gemein war: Die Liebe zum Schwimmsport, der Spaß an der körperlichen Betätigung sowie das geselligen Vereinsleben.
Mit zur Zeit ca. 4.700 Mitgliedern ist die SG Neukölln der größte Schwimmverein und der fünftgrößte Sportverein in Berlin.
