Schmeckt ein saftiges Schweinenackensteak auf einem Steinkohlegrill besser als auf einem Holzkohlegrill? Nicht diese, sondern Fragen zur Geschichte und Technik des Fernheizwerks Neukölln beschäftigte eine kleine Delegation der SG Neukölln beim Besuch des Werkes am Weigandufer.
Für die kommenden drei Jahre wird das FHW Neukölln die Jugendarbeit der SG Neukölln mit je 1.500 Euro unterstützen. Grund genug für einige Vorstandsmitglieder der SG Neukölln, sich einmal anzuschauen, was dahinter steckt. Denn der alltägliche Griff zum heißen Duschwasser oder das Aufdrehen der Heizung lässt einen nur in den äußersten Fällen in Grübelei verfallen, wer eigentlich das Wasser auf diese Temperatur bringt und wie das funktionert.
Eigentlich ganz einfach: Fossilie Brennstoffe werden verbrannt, wodurch Wasser erhitzt wird, welches unterirdisch zu Häusern und Gebäuden geleitet wird. Das FHW Neukölln hat sieben Kesselanlagen für Steinkohle, Erdgas und Heizöl sowie zwei Blockheizkraftwerkanlagen für Pflanzenöl. 322.200 MWh Wärme werden jährlich abgesetzt und 30% des Nord-Neuköllner Bedarfs gedeckt. Das sind rund 37.250 Wohnungen in Wohngebäuden und Siedlungen sowie öffentliche Gebäude, Kauf- und Warenhäuser, Hotels und Gewerbegebiete. Um das leisten zu können, gibt es unter der Erde knapp 80 km Wasserleitungen und über 900 Übergabestationen. Dort kommt das Wasser mit einem durchschnittlichen Temperaturverlust von nur 7% an.
Im nächsten Jahr wird das FWH Neukölln einen großen Geburtstag feiern: 1910 wurde am Weigandufer von den Berliner Elektrizitäts-Werken ein Kraftwerk erbaut und ein Jahr später in Betrieb genommen. Damals in erster Linie für Stromerzeugung geplant, wurden dennoch durch die Nutzung des Abdampfes bereits frühzeitig Kunden mit Heizwärme versorgt.