Masters-WM 2017 in Budapest

Zum zweiten Mal fand die Masters-WM im Anschluss an die WM der offen Klasse statt (vom 7.-20.8.2017). War die Teilnehmerzahl vor zwei Jahren in Kasan noch überschaulich, drohte in Budapest wegen der Attraktivität der Stadt wieder ein „Massenauflauf“. So manchem war die WM in Riccione 2012 mit über 12.000 Teilnehmern, wo die Wettkämpfe sich bis nach Mitternacht hinzogen oder die EM in London 2016 mit der chaotischen Organisation und den langen Warteschlangen noch gut in Erinnerung.

Deshalb stellte sich der erfahrene Mastersschwimmer auf das Schlimmste ein. Doch es kam ganz anders … Kluge Organisation traf auf Schwimmerparadies. Gerade in Zeiten, in denen hierzulande eher Bäder geschlossen werden, konnte man nur neidisch auf die Voraussetzungen in Budapest schauen. In einem Umkreis von nur 3 km gab es zwei vollwertige Wettkampfstätten, den Alfred Hajòs Complex (Freibad) auf der Margareteninsel mit zwei Wettkampfbecken und zwei Einschwimmbecken und die Duna Arena (Halle) ebenfalls mit zwei Wettkampfbecken und zwei Einschwimmbecken im Freien. Dazu kam noch eine Trainingshalle mit einem 25×50m-Becken, die während der gesamten WM täglich von 8-14 Uhr zur Verfügung stand. Die WM wurde an beiden Wettkampfstätten ausgerichtet. Die Wettkämpfe der Wasserballer, Synchronschwimmer und Wasserspringer begannen vor den Beckenwettkämpfen der Schwimmer und waren beendet, als diese ihre Wettkämpfe begannen. Dadurch entzerrte sich das Wettkampfgeschehen schon einmal. Das Freiwasserschwimmen fand am Balaton (Plattensee) statt. Die FINA gab ca. zwei Wochen vor Wettkampfbeginn die Verteilung der Starts bekannt. Es standen vier Wettkampfbecken zur Verfügung. Die Starts wurden nach Altersklassen auf die vier Becken verteilt und jeden Tag gewechselt. Tag 1 sah zum Beispiel so aus: Duna Pool A: AK 65-95, Duna Pool B: AK 25, 30, 35, Hajòs Pool A: AK 40, 45, 50 und Hajòs Pool B: AK 55 und 60. Nachdem das Meldeergebnis dann für die jeweiligen Becken veröffentlicht wurde, war jedem klar, wer wann und wo an den Start geht. Durch die so erreichte Entzerrung der Teilnehmer ergaben sich mehrere positive Effekte: 1. Die 800m-Freistil-Schwimmer konnten sich über den Luxus der eigenen Bahn freuen. Die inzwischen schon gewohnte 2er-Belegung entfiel. 2. Die Wettkämpfe endeten meist mittags oder am frühen Nachmittag und man hatte Zeit zum Relaxen oder zum Stadtbummel. Einziger kleiner Wermutstropfen: Aufgrund der Verteilung nach Altersklassen sahen sich die Neuköllner nicht jeden Tag im Schwimmbad und man musste immer genau gucken, zu wessen Unterstützung man in welches Bad fahren muss. Aber am Ende waren sich alle einig, dass die Vorteile doch überwogen.

Doch nun zum Wettkampfgeschehen: Die ersten Schwimmer Joachim Hintze und Wolfgang Gätcke reisten schon am 5. August an. Beide spielen für SV Cannstatt AK 70+ Wasserball und errangen mit ihrer Mannschaft die Bronzemedaille. Am 10. August mussten die Cannstätter auf Joachim Hintze verzichten, denn er schwamm 3 km Freiwasser im Balaton und holte in der AK 75 den ersten Titel für die SG Neukölln. Super Jochen, so kann es weitergehen! Am 12. August reisten auch die ersten Neuköllner Schwimmer an, denn am Montag begannen die Beckenwettkämpfe. Für die SG Neukölln gingen hier an den Start: René Asmus, Christiane Busert, Wolfgang Gätcke, Wolfgang Haack, Jochen Hanz, Joachim Hintze, Winfried Kellermann, Andrea Kunkel, Andrea Matthäs, Brigitte Merten, Sarah Otto, Angelika Radau, Monika und Peter Senftleben, Antje Stille, Ruth Stübert und Susanne Tietz. Für die einen ging es um Medaillen und Titel, für die anderen um das „Dabeisein“ und um gute Zeiten. Zu den Einzelmedaillengewinnern zählten: Brigitte Merten (3x Gold, 2x Silber), Monika Senftleben (1x Gold, 1x Silber), Joachim Hintze (1x Gold, 1x Silber) und Jochen Hanz (1x Silber). Bei den anderen herrschte weitestgehend Zufriedenheit mit den eigenen Leistungen. Da, wo es nicht so lief, ist Eigenkritik gefragt, denn die Ausreden, wie „schlechte Organisation“, „zu lange Wartezeit“ oder „zu spät am Abend“ fielen ja nun mal weg …

Am 18. August war der Staffeltag und die Wettkämpfe fanden ausschließlich in der Duna Arena statt. Nun hatten alle die Chance, in der Halle zu schwimmen, in der zuvor schon die Stars wie Katie Ledecky, Katinka Hosszu oder Adam Peaty gestartet waren. Heute waren endlich auch einmal fast alle Schwimmer der SG Neukölln zusammen. Schon der erste Start des Damenquartetts in der AK 280 ließ uns alle jubeln: Über 4×50m Freistil siegten Ruth, Moni, Angelika und Gitti in Weltrekordzeit. So angespornt ließen sich die vier auch den Sieg in der nachfolgenden Lagenstaffel nicht mehr nehmen und konnten hier den Deutschen Rekord und den Championship Record (CR) für sich verbuchen. Es war eine Superleistung von allen Vieren. Alle anderen Staffeln gaben ebenfalls ihr Bestes und schlugen sich achtbar. Auch wenn es hier nicht für eine Medaille reichte, hatte doch allen das Staffelerlebnis Spaß gemacht. Nach Wettkampfende trafen wir uns alle am „Market Place“, der im Außenbereich der Duna Arena aufgebaut war. Dort befand sich die Tribüne für die Siegerehrungen, und es gab diverse Versorgungsstände. Diese waren immer gut besucht und dort versammelten sich die Schwimmer aus aller Welt nach „getaner Arbeit“. An diesem Tag gab es für uns Neuköllner gleich zwei Gründe zum Feiern: Nicht nur die beiden rekordreichen Staffelsiege wurden begossen, sondern wir stießen mit Gitti auch noch nachträglich auf ihren Geburtstag an. Den Staffeltag nutze auch der DSV für das „Get together“ der deutschen Schwimmer. Erst wurde das gemeinsame Foto gemacht, dann gab es das Freigetränk. Wie immer bei solchen Veranstaltungen waren die deutschen Mastersschwimmer zahlreich vertreten und man traf viele Bekannte und Freunde wieder. Wir Neuköllner nutzen die Gelegenheit und trafen wir uns anschließend zum gemeinsamen Mannschaftsessen auf einem Hotelschiff. Die Empfehlung kam von Jochen und seinem Kumpel Steffen, die dort übernachteten. Bei leckerem Schnitzel hatten wir die Gelegenheit zu plaudern und genossen den tollen Ausblick auf das Parlament, die Burg und zur Margareteninsel.

Sonntag war der letzte Wettkampftag und abends fand die Abschlussfeier statt. Allerdings zogen es viele vor, einen schönen Platz in der Budapester Innenstadt zu finden. Der 20. August ist Nationalfeiertag in Ungarn und abends gab es von der Kettenbrücke, der Fischerbastei und von Booten auf der Donau ein traumhaftes Feuerwerk mit Musikbegleitung. Dementsprechend war das Donauufer schon am frühen Abend bevölkert. Wir genossen das Spektakel von der Margaretenbrücke aus und fanden, es setze einen würdigen Schlusspunkt hinter diese Veranstaltung. Alles in allem kann man dem Veranstalter gar nicht genug Lob aussprechen. Ich versuche einmal, alles aufzuzählen, was ich wirklich sehr gelungen fand: Durch die Verteilung auf die vier Wettkampfbecken wurde der Wettkampf angenehm entzerrt, die langen Wartezeiten entfielen. Es gab immer die Möglichkeit, sich auch während des Wettkampfes ein- und auszuschwimmen. An den Einschwimmbecken gab es Anzeigetafeln, die den Stand des Wettkampfes in den jeweiligen Wettkampfbecken wiedergaben, so dass niemand seinen Start verpasste. Die Wettkämpfe wurden alle aufgezeichnet und im Livestream sowie auf Großbildleinwänden übertragen. Sie sind heute noch auf Youtube aufrufbar. Wer möchte, kann sich alle Rennen bequem vom Sofa aus noch einmal ansehen. Die Auswertung ging sehr schnell, die Ergebnisse waren noch am selben Tag auf der Veranstaltungsseite veröffentlicht. Die Siegerehrungen waren stilvoll und trugen den Leistungen gebührend Rechnung. Es gab kostenfreies und leistungsstarkes WLAN auf beiden Veranstaltungsgeländen, das auch dem Nutzeransturm gewachsen war. Die Akkreditierung berechtigte zur kostenfreien Nutzung des Budapester ÖPNV.

Und zu guter Letzt: In Budapest fanden wir den Sommer, den wir hier so schmerzlich vermisst hatten.

Andrea Matthäs und Andrea Kunkel

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Ergebnisse:

10.8.
3km Freiwasser:
Joachim Hintze AK 75 1. Platz in 50:31,10

14.8.
800m Freistil:
Joachim Hintze AK 75 2. Platz in 12:19,30; Andrea Kunkel AK 55 17. Platz in 11:34,07; Susanne Tietz AK 45 29. Platz in 11.36,27

15.8.
100m Freistil:
Monika Senftleben AK 75 4. Platz in 1:37,39; Brigitte Merten AK 70 1. Platz in 1:16,87; Sarah Otto AK 25 56. Platz in 1:08,49; Peter Senftleben AK 80 11. Platz in 1:59,81; René Asmus AK 25 9. Platz in 0:53,45
100m Brust:
Monika Senftleben AK 75 2. Platz in 1:56,17; Wolfgang Gätcke AK 70 6. Platz in 1:32,30; Wolfgang Haack AK 55 15.Platz in 1:20,86; Winnie Kellermann AK 55 21. Platz in1:22,46

16.8.
400m Lagen:
Brigitte Merten AK 70 1. Platz in 7:16,13 CR; Andrea Kunkel AK 50 15.Platz in 6:36,59
200m Freistil: Brigitte Merten AK 70 2. Platz in 3:01,31 Andrea Kunkel AK 50 16.Platz in 2:33,58; Susanne Tietz AK 45 30. Platz in 2:41,83; René Asmus AK 25 8. Platz in 2:00,11
50m Schmetterling: Christiane Busert AK 55 12.Platz in 0:34,68; Sarah Otto AK 25 64. Platz in 0:34,22; Peter Senftleben AK 80 6. Platz in 0:55,11; René Asmus AK 25 8. Platz in 0:25,77

17.8.
50m Freistil:
Ruth Stübert AK 65 8. Platz in 0:35,91; Christiane Busert AK 55 16. Platz in 0:32,35; Antje Stille AK 55 26. Platz in 0:34,11; Sarah Otto AK 25 48. Platz in 0:30,62; Peter Senftleben AK 80 14. Platz in 0:45,52; René Asmus AK 25 15. Platz in 0:24,56
200m Lagen:
Brigitte Merten AK 70 1. Platz in 3:19,97 ; Ruth Stübert AK 65 8. Platz in 3:47,27
100m Schmetterling: Brigitte Merten AK 70 2. Platz in 1:32,73; Christiane Busert AK 55 8. Platz in 1:21,59; René Asmus AK 25 4. Platz in 0:57,12

18.8. Staffeltag
AK 280 in der Besetzung: Angelika Radau, Monika Senftleben, Brigitte Merten und Ruth Stübert
4×50m Freistil 1. Platz in 2:29,53 WR und CR
4×50m Lagen 1. Platz in 2:52,11 CR und DR
AK 200 in der Besetzung: Andrea Matthäs, Andrea Kunkel, Christiane Busert, Antje Stille
4×50m Freistil 11. Platz in 2:12,16
4×50m Lagen 13. Platz in 2:31,02
AK 200 in der Besetzung: Jochen Hanz, Wolfgang Haack, Andrea Kunkel, Antje Stille
4×50m Freistil mixed 24. Platz in 2:01,59
AK 280 in der Besetzung: Wolfgang Haack, Monika und Peter Senfleben, Brigitte Merten
4×50m Lagen mixed 9.Platz in 2:49,33
AK 200 in der Besetzung: Jochen Hanz, Winni Kellermann, Christiane Busert, Andrea Kunkel
4×50m Lagen mixed 14. Platz in 2:12,00

19.8.
200m Brust: Monika Senftleben AK 75 4. Platz in 4:29,52; Wolfgang Haack AK 55 20. Platz in 3:04,82; Winnie Kellermann AK 55 31. Platz in 3:15,54
100m Rücken: Andrea Matthäs AK 45 26. Platz in 1:26,53; Sarah Otto AK 25 46. Platz in 1:20,66
200m Schmetterling: Jochen Hanz AK40 2. Platz in 2:13,92

20.8.
50m Rücken:
Antje Stille AK 55 14. Platz in 0:39,65; Andrea Matthäs AK 45 24. Platz in 0:39,01; Sarah Otto AK 25 39. Platz in 0:36,48; Jochen Hanz AK 40 8. Platz in 0:29,56
400m Freistil: Andrea Kunkel AK 50 13. Platz in 5:27,62
50m Brust:
Monika Senftleben AK 75 1. Platz in 0:48,83; Winnie Kellermann AK 55 19. Platz in 0:36,01; Wolfgang Haack AK 55 21. Platz in 0:36,29


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